منتديات طلاب اليمن في المانيا

عزيزي الزائر / عزيزتي الزائرة يرجي التكرم بتسجبل الدخول اذا كنت عضو معنا
او التسجيل ان لم تكن عضو وترغب في الانضمام الي اسرة المنتدى
سنتشرف بتسجيلك

ادارة المنتدى



 
الرئيسيةس .و .جالتسجيلدخول

شاطر | 
 

 Reizdarmsyndrom: Experteninterview

استعرض الموضوع السابق استعرض الموضوع التالي اذهب الى الأسفل 
كاتب الموضوعرسالة
dahbali
عضو نشيط
عضو نشيط
avatar

عدد الرسائل : 101
العمر : 34
Ort : Giessen
تاريخ التسجيل : 17/04/2009

مُساهمةموضوع: Reizdarmsyndrom: Experteninterview   السبت يناير 16, 2010 4:32 pm

Frau
Prof. Dr.med. Susan L. Lucak ist stellvertretende Direktorin des
Zentrums für Darmkrankheiten (Center for Intestinal Dysfunction) und
Gastroenterologin am Columbia-Presbyterian Medical Center in New York.
Sie hat zudem einen Lehrstuhl für klinische Medizin am College of
Physicians & Surgeons der Columbia-Universität in New York.


Was versteht man unter IBS (Irritable Bowel Syndrome), dem Reizdarm-Syndrom?


Dr. Lucak: Reizdarm
ist in den USA die gängigste Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, von der
15 bis 20 Prozent der US-Amerikaner betroffen sind. In Westeropa sind
es ungefähr 15 Prozent der Bevölkerung. Das Leiden äußert sich in
Bauchschmerzen oder Unwohlsein in Verbindung mit Durchfällen (mehr als
drei Darmentleerungen pro Tag) bzw. Verstopfung (weniger als drei
Darmentleerungen pro Woche), oder abwechslungsweise Durchfall und
Verstopfung bei ein und derselben Person. Die Symptome mögen
unbedeutend erscheinen, können aber durchaus schwerwiegend werden und
die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen. Menschen mit einem
Reizdarm fehlen oft in der Schule oder am Arbeitsplatz wegen Symptomen
der Krankheit.
Was verursacht IBS?


Die exakte Ursache für den Reizdarm kennen wir nicht. Die meisten
Experten vermuten eine Funktionsstörung des nervösen gastrointestinalen
Systems (das autonome, intramurale Nervensystem der Eingeweide, auch:
"zweites Hirn" genannt) als Grundlage für die Erkrankung. Dieses
Netzwerk ist von der Struktur her genauso komplex aufgebaut wie unser
Hirn. Es ist zuständig für die Steuerung gastrointestinaler Funktionen
wie Wahrnehmung von Schmerz im Darmbereich, Darmbewegung und Sekretion
der Verdauungssäfte. Menschen mit Reizdarmsyndrom tendieren zu erhöhter
Schmerzempfindlichkeit, erhöhter Darmaktivität und vermehrter Sekretion
von Verdauungssäften in den Darm. Das Nervensystem des Darms ist mit
dem Gehirn durch Nervenzellen in beide Richtungen verbunden. Stress
oder emotionale Probleme, die auf das menschliche Hirn einwirken,
werden also auch an die Eingeweide weitergeleitet. Erhöhter Stress kann
demnach verstärkte Reizdarmsyndrome nach sich ziehen.

Wer ist gefährdet, ein Reizdarmsyndrom zu entwickeln?


In den USA sind Frauen zwei- bis dreimal so häufig vom Reizdarm
betroffen wie Männer. In Indien ist es umgekehrt - dort sind es
sechsmal mehr Männer. Es gibt keine einheitliche Verteilung auf der
Erde, und es ist nicht einfach, das Muster zu erklären. Vermutlich
haben die Menschen in verschiedenen Kulturen ihr eigenes Verständnis
von medizinischer Vorsorge. Der Geschlechterunterschied bezüglich
Auftreten des Reizdarms muss noch genauer untersucht werden.

Wie merkt die betroffene Person, ob sie am Reizdarmsyndrom leidet? Welches sind die spezifischen Merkmale?


Die IBS-Symptome melden sich wiederholt und in regelmäßigen
Abständen. Zu den Krankheitsmerkmalen gehören Bauchschmerzen oder
Unwohlsein, das sich nach Stuhlgang bessert. Auch Durchfall,
Verstopfung oder das Auftreten von Verstopfung abwechselnd mit
Durchfällen sind mit der Krankheit assoziiert. Weiter gehören
Blähungen, das Gefühl unvollständiger Entleerung nach dem Stuhlgang,
und dem Stuhl beigemengter Schleim zu den Symptomen.

Wie wird die Diagnose gestellt?


Die Diagnose IBS wird gemäss den ROME-II-Richtlinien aufgrund
klinischer Symptome gestellt. Dazu zählen Bauchschmerzen oder
Unwohlsein, die sich nach dem Stuhlgang bessern, Durchfälle oder
Verstopfung, oder abwechselnd Verstopfung und Durchfall während dreier
Monate innerhalb eines Jahres, nicht zwingend in drei aufeinander
folgenden Monaten.

Wie wird IBS behandelt?


Früher hat man nur die Symptome der Krankheit behandelt. Man tat
dies, weil man die Ursache für das Reizdarmsyndrom nicht kannte.
Während den letzten zwei Jahrzehnten haben wir tiefere Einsichten ins
Nervensystem der inneren Organe gewinnen können. Das eigenständige,
"zweite Hirn" liegt an der Wurzel des Problems des irritablen Kolons.
Zusätzlich spielt Serotonin, ein in großen Mengen vorhandener
Neurotransmitter, für die Funktion dieses autonomen Nervensystems eine
wichtige Rolle. Tatsächlich sind 95 Prozent des im Körper vorhandenen
Serotonins im Magen-Darm-Trakt lokalisiert.

Was bereitet Menschen mit IBS den größten Stress?


Das Leben für Menschen mit IBS ist an sich stressig, da die Symptome
unvermittelt auftreten. Die Bauchschmerzen können sehr stark sein und
das tägliche Leben beeinträchtigen. Die Betroffenen müssen sich laufend
über die nächstliegenden öffentlichen Toiletten informieren, da sie bei
Durchfall und Stuhldrang unter Umständen die Kontrolle über den
Mastdarm verlieren (Stuhlinkontinenz). Ist Verstopfung das
Hauptproblem, können die Patienten Völlegefühl oder Schmerzen
empfinden. Sie benötigen viel Zeit auf dem Klo, um zu pressen und ihren
Darm zu entleeren. All das beeinträchtigt die Lebensqualität.
Oftmals leiden die Patienten auch im Stillen, weil es sich nicht
ziemt, öffentlich über die Symptome zu sprechen. Häufig ziehen sich die
Betroffenen aus ihrem Umfeld zurück, sind gezwungen, der Schule oder
Arbeit fernzubleiben, oder vermeiden gesellschaftliche Anlässe. All das
führt bei einigen Patienten zu großem Stress.

Können Sie bitte einige der Nebenwirkungen nennen, die sich aus der Behandlung von IBS ergeben?


Die anticholinergischen Medikamente für milde Formen von IBS können
Schläfrigkeit, Mundtrockenheit, leichten Schwindel und Verstopfung nach
sich ziehen. Die trizyklischen Antidepressiva hingegen sind von
ähnlichen Nebenwirkungen wie die krampflösenden Medikamente begleitet.
Sie können auch eine bedeutende Gewichtszunahme auslösen.

Inwiefern spielen psychologische Faktoren eine spezielle Rolle für IBS?


Für einige Patienten können psychologische Faktoren eine sehr
wichtige Rolle spielen. Weil das "erste Hirn" mit dem "zweiten" in
Verbindung steht, widerspiegelt sich in den Därmen, was im Kopf
vorgeht. Stress an sich löst noch kein IBS aus, jedoch vermag er die
Symptome zu verschlimmern. Maßnahmen gegen Angstanfälle, Depressionen
und andere psychologische Auffälligkeiten sollten kombiniert mit der
auf den Darm abgestimmten Behandlung gegeben werden, um eine
ganzheitlichere Verbesserung des Gesundheitszustandes zu erreichen.
Hypnose, Biofeedback, kognitive Verhaltenstherapie sowie
psychodynamische Therapie haben sich bei angemessener Anwendung als
heilsam erwiesen. In kürzlich veröffentlichten Studien wurde
offensichtlich, dass eine kombinierte Behandlung der psychologischen
wie der gastrointestinalen Faktoren zu einem verbesserten Gesamtzustand
führten.

Besteht also eine Verbindung von Körper und Geist?


In gewisser Weise schon, ja. Ich nenne es Kopf-Darm-Interaktion.

Was geschieht mit Patienten, die sich nicht konventionell, sondern alternativ behandeln lassen wollen?


Alternative Behandlungsmethoden werden weltweit bei IBS-Patienten
eingesetzt, und sie scheinen recht wirksam zu sein. Ich selbst habe
damit noch keine Erfahrung. Ich habe aber in Indien die ayurvedische
Behandlungsmethode kennengelernt. Sie beinhaltet Buttermilcheinlauf,
Massage- und Dampftherapie und neben weiteren Elementen auch
Meditation. Der Schwerpunkt wird auf die Erhaltung der Gesundheit
gelegt und richtet sich auf die Behandlung von Körper und Geist. Ich
halte alternative Behandlungsmethoden für sehr effektiv und denke, dass
sich der einzelne vorher darüber informieren sollte.

Müssen IBS-Patienten ihre Ernährung umstellen?


Viele Leute denken, ihr Darm funktioniere gemäß der Nahrung, die ihm
zugeführt wird. Es gibt keine spezifische Diät für IBS. Im Allgemeinen
empfehle ich meinen Patienten, sich faserreich zu ernähren, um das
Stuhlvolumen zu vergrößern und den Stuhl leichter passierfähig zu
machen. Um die ganze Verdauungspassage fließender zu gestalten, hilft
es, täglich sechs bis acht Gläser Wasser zu trinken. Ich empfehle auch
fettarme Ernährung, da fettreiches Essen zu vermehrten Darmbewegungen
und somit eher zu krampfartigen Erscheinungen und Schmerzen in der
Bauchgegend führt. Es ist wichtig, zu wissen, ob der Patient an einer
Laktoseintoleranz leidet, um Laktose (Milchzucker) von der Nahrung
auszuschließen. Einige Patienten haben spezifische
Nahrungsunverträglichkeiten; sie sollten die jeweiligen Nahrungsmittel
meiden.

Können wir etwas tun, um nicht an IBS zu erkranken?


Da wir die Ursache für IBS nicht kennen, wissen wir auch nicht, wie
wir vorbeugen können. Im Falle einer postinfektiösen IBS kann man
immerhin eine akute Magen-Darm-Erkrankung verhindern. In der Praxis ist
das schwierig zu realisieren. Was die psychische Seite des
Reizdarmsyndroms betrifft, so müsste man sich die Frage stellen, wie
man Stress im Leben vermeiden bzw. den negativen Seiten des Lebens
vorbeugen kann. Hier möchte ich etwas Wichtiges erwähnen. IBS ist nicht
nur einfach ein Symptom, sondern ein breit gefächertes Krankheitsbild.
Es gibt vermutlich viele Faktoren, die zu den unterschiedlichen
Symptomen von IBS führen. Wenn wir diese Faktoren besser zu verstehen
lernen, können wir IBS auch besser vorbeugen. Die Krankheit wurde
erstmals 1849 beschrieben. Wir können noch viel darüber lernen!

Wie sieht die Prognose für Personen mit IBS aus?


Für IBS gibt es keine Heilung, aber durch gezielte, auf die inneren
Organe und das Hirn gerichtete Behandlung kann die Krankheit gehandhabt
werden. So behandelte Patienten können bereits ein viel besseres Leben
führen.
الرجوع الى أعلى الصفحة اذهب الى الأسفل
 
Reizdarmsyndrom: Experteninterview
استعرض الموضوع السابق استعرض الموضوع التالي الرجوع الى أعلى الصفحة 
صفحة 1 من اصل 1

صلاحيات هذا المنتدى:لاتستطيع الرد على المواضيع في هذا المنتدى
منتديات طلاب اليمن في المانيا :: طلاب اليمن في ألمانيا :: Medizin-
انتقل الى: